2013 - Grundschüler im fernen Burgund

Schueler besuchen LucenayJuni2013und Heimweh, gibt es nicht!

Ein Bericht von Johannes Klozin (Klassenlehrer)
Wohlbehalten und sichtlich gewachsen kehrten am Freitagabend den 14.06.2013 die 21 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse nach einer ereignisreichen Schulwoche in ihrer französischen Partnerschule zurück. Dies war mittlerweile die zehnte Reise zu den französischen Freunden in Lucenay-les Aix, welche alle zwei Jahre stattfindet, um allen Grundschülern einmal die Möglichkeit zu bieten, mit nach Frankreich zu fahren.

Auch diesmal gelangte die Reisegruppe sicher, komfortabel und zügig mit ihrem Busfahrer Hans Goray zum 700 Kilometer entfernten Ziel. Betreut wurden die Kinder von Frau Desrochers und Herrn Klotzin von der Grundschule sowie von Frau Klee und Frau Fries, die sich schon seit Jahren die Zeit nehmen und die Schüler begleiten. Heimweh war diesmal kein Thema, wohl auch weil Elena, die 15-jährige Tochter von Frau Fries, sich ebenfalls um die Kinder kümmerte. Diese fanden schnell Vertrauen zu der jungen Dame, welche dadurch zur wichtigsten Ansprechfigur avancierte.

Am ersten Abend gab es einen Empfang durch die Bürgermeisterin und die Schulleiterin für die „kleinen“ Deutschen mit Getränken und Fototermin. Im Gegenzug bekamen die Gastgeber von den Schülern was gesungen. Anschließend wurde die Gymnastikhalle in Beschlag genommen, denn dort übernachteten die Schüler gemeinsam mit drei Betreuern. Nachdem alle Schlafstätten eingerichtet waren, gab es eine warme Mahlzeit in der Schulkantine. Nach einem langsamen Ausklingen des Abends waren alle froh schlafen zu können und taten dies erstaunlicherweise auch.

Am nächsten Morgen wurden, nach einem französischen Frühstück in der Schulkantine, zusammen mit den französischen Schülern Kennenlernspiele  veranstaltet. Schnell fanden die Kinder einen leichten Zugang zueinander. Mittags fuhren dann alle gemeinsam zu einem idyllischen Landanwesen, das in seiner typisch französischen Art so schön war, dass es schon fast kitschig anmutete. Auf einer saftigen Wiese, teils beschattet durch einen prächtigen alten Baumbestand, wurde zwischen Hauptgebäude und der alten Mühle eine lange Tafel errichtet. Hier speisten nun Kinder und Erwachsene. Später wurde in kleinen Gruppen am See hinter dem Haus geangelt. Dies war für viele Kinder eine neue Erfahrung. Nachmittags besuchten die Waldescher die französischen Schüler für ein paar Stunden in ihrem Zuhause.

Am Mittwoch ging es mit dem Bus zur Burg Bourbon Chambouler, wo die Schüler mit den Franzosen nach einer übersetzten Führung verschiedenste kleine Ritterspiele durchliefen. Abends errichteten unsere Gastgeber ein köstliches Buffet auf dem Schulhof. Viele Bewohner des Ortes stießen zu dem Fest und es wurde gefeiert, bis es dunkel war.

Am Donnerstag überraschten die Franzosen die Schüler durch ein deutsches Frühstück in der Kantine. Später erkundeten die Schüler während einer Ortsrallye Lucenay. Die Rallye fiel durch einen Wetterumbruch jedoch kürzer aus als geplant.

Auch an diesem Nachmittag ging es für die Schüler nochmals in die Gastfamilien. Am Nächsten Morgen fiel der Abschied schwer, doch schon wenige Tage nach der Rückkehr nach Waldesch, errichteten die Kinder Freundschaftsbriefe von ihren neuen französischen Freunden.

Fotos der Reise

2013 - Lucenay zu Besuch in Waldesch

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Und es stimmt doch: Wahre Liebe (Freundschaft) altert nicht

Waldesch: Mai 2013
Ein Bericht von Ute Luxem

Im Rahmen des Partnerschaftsaustausch war Waldesch in diesem Jahr an der Reihe die Freunde aus Lucenay zu empfangen. 4 Tage waren es dieses Mal. Aufgrund eines Feiertags in Frankreich konnte die 38-köpfige französische Delegation (11 Kinder und 27 Erwachsene) schon am Mittwoch, dem 08. Mai anreisen.

Seit nunmehr 47 Jahren besteht die Partnerschaft mit den alljährlichen Besuchen in Deutschland und Frankreich, welche die Höhepunkte des Jahres sind.

Am Mittwochabend, pünktlich um 18:00 Uhr, trafen die Gäste aus Lucenay mit einer Anreise von 699 km in Waldesch ein. Mit einer herzlichen Umarmung und den obligatorischen Küsschen rechts und links begrüßte man sich. Der kleine Umtrunk wurde durch eine tolle Lieddarbietung in französischer Sprache durch die Kinder der 3. und 4. Klasse bereichert.   Anschließend erhielten alle das Programm mit Infomaterial.

Donnerstagvormittag schlängelte sich ein raupenähnliches Gebilde durch Waldesch und der Umgebung. Der Männergesangverein bietet traditionell an Vatertag eine kleine Wanderung mit anschließendem Grillen an der Grillhütte an. Gemeinsam mit unseren Freunden aus Frankreich erkundete man also den Bruder Tönnis -Hügel über Hünenfeld. Am Abend wurden die Freunde in den einzelnen Gastfamilien mit der deutschen Küche verwöhnt.

029lavadom220x300webDer Lava-Dom in Mendig war das Ziel für Freitag. Informationen, gefühlte Eindrücke und die Kälte im Felsenkeller werden den Besuchern bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben. Bei einem Vulkan-Bier und zünftigem Essen in der Vulkanbrauerei wurden Späße gemacht und die lustigen Bilder, mit der Sicherheitskleidung bei der Führung im alten Stollen, begutachtet. Auf dem Nachhauseweg machten wir noch ein kurzen Abstecher zur Abteil Maria Laach mit dem Laacher - See. Mit einer Verabredung für Samstagmittag in Koblenz trennten sich die Wege der großen Reisegruppe.

Faire du lèche-vitrines - Schaufensterbummel, visite guidée de la ville – Stadtführung oder andere Aktivitäten ließen den Samstagnachmittag kurzweilig erscheinen.

Samstagabend im Bürgerhaus: 50 Jahre Elysée-Vertrag und 47 Jahre Partnerschaft Waldesch-Lucenay lès Aix waren das Motto für einen gemütlichen gemeinsamen Abend mit den Waldescher Bürgern und unseren Rosen - Majestätinnen im Bürgerhaus. Der Präsident des Freundschaftkreises Waldesch erinnerte an das Zustandekommen des Elysée - Vertrags vor 50 Jahren durch die damaligen Staatspräsidenten Konrad Adenauer und Charles De Gaulle. Unser Waldescher Bürgermeister, Karlheinz Schmalz, überraschte uns mit seiner in Französisch gehaltenen Ansprache, die von der Deutschlehrerin in Frankreich Christine Vaissière übersetzt wurde.

Christine Blond, die Präsidentin der Amicale Lucenay, erinnerte an die Anfänge unserer Partnerschaft. Mit dem Leitfaden: „Eine Freundschaft ist wie ein Baum: Es zählt nicht, wie hoch er ist, sondern wie tief seine Wurzeln reichen“, wurde der offizielle Teil des Abends geschlossen.  

Nach dem reichhaltigen 3-Gang-Menü wurden für die französischen Erstklässler die schon obligatorischen Schultüten überreicht. Auch die Amicale hatte Geschenke für die Schüler hier an unserer Grundschule dabei. Anfang Juni fahren 23 Schüler für 5 Tage nach Lucenay. Die gesamte Freizeitgestaltung wird von der Amicale in Lucenay organisiert und betreut. Bis weit nach Mitternacht wurde noch gefeiert, getanzt und gelacht. Beim Schätzspiel sollte man erraten wie viele Gummi-Bärchen in einem großen Glas sind. Die Sieger bekamen heimische Produkte als Preise überreicht.  

Herzlichen Dank den 4 tatkräftigen Helfern der freiwilligen Feuerwehr für die tolle Unterstützung an diesem Abend. 

Leider gingen die 4 Tage so schnell vorüber. Am Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen.

„Au Revoir“ – „ Auf Wiedersehen“ - und wieder wurden viele Küsschen zum Abschied verteilt. Die lachenden Gesichter erzählten von einer gelungenen Zweisamkeit zwischen den Gästen und ihren Gastfamillien. Gelebte Völkerverständigung, Austausch der Kulturen, Ausbau einer Freundschaft, Zusammenführung der Jugend. Das dürfte wohl im Sinne von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle gewesen sein.

Auf diesem Wege danken wir allen, welche bei der Gestaltung und der Durchführung der verschiedenen Aktivitäten sich tatkräftig eingebracht und durch ihre Mithilfe erst die wunderbaren Tage der Freundschaft ermöglicht haben.

Fotos des Partnerschaftbesuches

EVM- Ehrensache zeichnet FSK aus

Der Freundschaftskreis erhält eine Auszeichnung für seine Leistungen

Koblenz: Oktober 2012
Die Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) setzt ihre erfolgreiche Spendenaktion "EVM-Ehrensache" fort und unterstützt in diesem Jahr mit insgesamt 1500 Euro sechs Vereine der Verbandsgemeinde Rhens. Das Spendenprogramm "EVM-Ehrensache" fördert soziale, kulturelle und gemeinnützige Projekte. Helmut Schreiber, Bürgermeister der VG Rhens, hat gemeinsam mit seinen Kollegen, den Stadt- und Ortsbürgermeistern die Spendenempfänger ausgewählt.

evm300Photo: Bürgermeister Schmalz (li), Martin Bartmann , Ute Luxem und Willi Weiselberg nehmen den Scheck in Empfang.

Auf Vorschlag unseres Ortsbürgermeisters Karlheinz Schmalz erhält der Freundschaftskreis der Städtepartnerschaft Waldesch / Lucenay in diesem Jahr eine Spende von 300 Euro.

Martin Bartmann, Vorsitzender des FSK, stellte den Verein vor und berichtete über die Aktivitäten und Ziele.  Die Miteinbeziehung der Kinder und Jugendliche, um den Ausbau der Freundschaften zu fördern, ist eine der Herausforderungen. Die ganze Dorfgemeinschaft für den Partnerschaftsgedanken zu sensibilisieren und die Mitgliederzahl zu stärken ist ein großer Wunsch des jetzt amtierenden Vorstandes. Karlheinz Schmalz wies bei seiner Rede darauf hin, dass sich der Verein ohne Mitgliederbeiträge finanziert.

Wir bedanken uns beim Energieversorger  Mittelrhein „EVM“ für die großzügige Spende, die wir unter anderem  für die Schultüten - Aktion 2013 in Lucenay verwenden möchten. Ebenso bedanken wir uns bei unserem OB Karlheinz Schmalz, der unser Befürworter war.  Wir freuen uns wenn wir Sie neugierig gemacht haben. Kontakt mit dem Vorstand ist jederzeit möglich. Wir laden Sie herzlich ein,  unseren alljährlichen Stand beim Waldescher Weihnachtsmarkt am 09.12.2012 zu besuchen. Persönliche Gespräche und Informationen in lockerer Atmosphäre werden Sie überzeugen, dass man eine Freundschaft auch mit sprachlichen Hindernissen erleben kann. 

 

Ein deutscher Brauch wird heimisch in Burgund

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Die Erstklässler vonLucenay staunen auch in diesem Jahr über Schultüten aus Waldesch

Lucenay-lès-Aix: 04. Oktober 2012
Eine Reportage von Christine Vaissiere (Lucenay-lès-Aix)

Am 4. Oktober 2012 war in Lucenay les Aix etwas Erstaunliches los! Genauer geschrieben in der Grundschule in Lucenay les Aix noch genauer geschrieben in der Cours Préparatoire von Lucenay les Aix, was der 1. Klasse in Deutschland entspricht.

Die siebzehn Erstklässler haben vor Überraschung und Verständnislosigkeit die Augen weit aufgerissen, als sie den Besuch von ein paar Mitgliedern des Freundschaftskreises Lucenay – Waldesch bekommen haben, welche riesige komische Tüten in den Armen hielten!  Kein Wort war im Klassenzimmer zu hören! Aber viel in den Gesichtern zu lesen!

„ Was ist denn das?“            Was mag da wohl drinnen sein?    Für wen wird das sein?       

So viele Fragen, auf welche bald eine Antwort kommen sollte. ! Nach einer kleinen Ansprache von Christine Blond, der Vorsitzenden des Freundschaftskreises, durften die Kinder endlich diese geheimnisvollen Gegenstände anfassen.

Den deutschen Brauch der Schultüten hat dann Frau Ludivine Guipon, die Grundschullehrerin der Erstklässler, den Schülern genauer erklärt. Da Frau Guipon Deutsch als erste Fremdsprache im 20. Jahrhundert (wie sie es selbst gesteht!) in der Schule gelernt hat, wusste sie schon von dieser Tradition!

Da waren  die französischen Schüler sehr neidisch auf ihre deutschen Kollegen. „ Was für ein Glück haben sie?  „Warum existiert nicht so was bei uns?“  “ Ich werde nach Deutschland umziehen!“

„ Tolle Tradition dort!“ Solche Ausrufe kamen wie aus der Pistole geschossen und waren überall im  Klassenzimmer zu hören. Und wie groß war die Freude, als  bekannt wurd

e, dass die Schultüten ein Geschenk der Gemei

nde Waldesch für die Schüler in Lucenay waren. Da waren nur noch Freudenschreie zu hören! Und nachdem die Kinder die Schultüten geöffnet hatten, hörte man nur

„ Oh ! , Ah !,    Toll!,  Super!,  Klasse!,  Guck mal!

(Über diese deutsche Tradition wurde dann auch noch am nächsten Tag zwischen Schülern und Lehrerin wieder diskutiert. Frau Guipon wollte sich vergewissern, dass alle Kinder alles gut verstanden hatten! Und es war der Fall!)

Bevor sich die Mitglieder des Freundschaftskreises  verabschiedeten, wurde noch eine Kleinigkeit zusammen gegessen! Dieser Tag war für die Kinder reich an Überraschung (es gibt nämlich in Frankreich überhaupt keine Bräuche zur Einschulung .... leider ... ) und an Freude. So haben sie etwas über ein benachbartes und befreundetes Land gelernt und sich die Freundschaft zwischen Lucenay und Waldesch sehr wohl gemerkt!    (Die Schultüten waren bereits im Frühsommer beim alljährlichen Partnerschaftbesuch in Lucenay überreicht worden.)